Nachlese zur Montags-Serenade am 31.8.2020

Von Barock bis Folk

Wer nicht da war, hat was verpasst.....
 
Das Publikum des Klassikforums ist sensationell! Durch nichts am Konzertbesuch zu hindern, nicht durch Regen, Kälte, Stühle schleppen oder sonstige Widrigkeiten. Der Wettergott war uns zunächst nicht hold und dann aber doch. Die Stühle waren zuerst vor dem Gemeindehaus der Evangelischen Kirche aufgebaut, dann wurden sie nass, dann wurde drinnen aufgebaut – bei weit geöffneten Fenstern, damit man einen Draußen-Eindruck und viel gesunde frische Luft haben konnte, dann durften die Stühle wieder raus. Das Publikum machte alles mit. Der freundliche Kommentar „So haben wir das noch nie erlebt“ zeigt mal wieder, dass live spannender ist als Konserve.
 
Es ist ja nicht üblich, dass man als Musiker über sein eigenes Konzert schreibt, aber diesmal machen wir eine Ausnahme. Wenn das Klassikforum Konzerte organisiert, dann darf man davon ausgehen, dass sich eine ganze Reihe von Menschen Gedanken und Mühe machen über das Wie und Wo und mit welchem Programm und mit welchen Künstlern, und dann geht es an die konkrete Organisation, das Drucken von Plakaten und Flyern, das Verteilen derselben, die Pressearbeit, das Beantworten von Emails, Briefen, Telefonaten etc. Wenn dann der Konzerttag kommt, kann man nicht einfach alle heimschicken, nur weil es gerade klimatisch nicht ganz einwandfrei passt. Ich habe vor einigen Jahren bei einem Open-Air-Konzert des Mecklenburgischen Musikfestivals einen Wolkenbruch erlebt, bei dem man von der Bühne aus nur noch Plastikfolien und Schirme anstelle von Publikum sehen konnte. Aber keiner ging deswegen heim! Nebenbei bemerkt gibt es einen Grund, wieso man in Mitteleuropa schon lange Konzertsäle den Freiluftauftritten vorzieht. Aber man versucht es immer wieder, und trotz des Klimawandels regnet es ab und zu nördlich der Alpen. Wer hätte das gedacht.
 
Nun, es ist geschafft. Wir haben drei wunderbare Montags-Serenaden erleben dürfen. Der letzte Abend war der angelsächsischen Musik gewidmet mit dem Titel „Altes und Neues aus England und Irland“ und bot Musik aus 4 Jahrhunderten, angefangen von John Dowland über Henry Purcell, einigen berühmten „Anonymi“des 16. und 17. Jahrhunderts und reinem Folk von Sally Gardens über Foggy Dew, Shamrock Shore und Sets von Reels. Damit das alles mit nur zwei Musikern nicht zu langweilig wird, kamen neben einigen kuriosen Informationen zu den Werken und dem obligatorischen Gesang noch eine Menge anderer Instrumente zum Zuge: Harfe, Gitarre, Whistle, Blockflöte, Oboe, Englischhorn und Akkordeon. Den Instrumenten gefiel die Feuchtigkeit zwar nicht besonders, aber sie haben es überlebt. Das Publikum auch, eingewickelt in Wolldecken und für der Ernstfall mit Regenschirmen bewaffnet. Offenbar genoss man die Musik, und wir, Gernot Blume und ich, waren begeistert von der eingeschworenen Gemeinschaft, die uns durch dieses Konzert trug bis zur Zugabe. Es hatte was von „jetzt erst recht“, scheiß doch auf das Wetter... Wir hoffen, es hat sich keiner erkältet.
 
An dieser Stelle sei Frau Pfarrerin Krause noch einmal gedankt für die konstruktive Zusammenarbeit, das Verständnis für unsere Situation und ihr freundliches Interesse für unsere Arbeit.
 
Das Klassikforum macht nun eine kleine Herbstpause und meldet sich pünktlich zum Auftakt des Advent mit einem Konzert wieder, das aller Wahrscheinlichkeit nach in der Evangelischen Kirche in Harxheim stattfinden wird mit Thomas Scheike an der Orgel und Elisabeth Seidl als Sopranistin.
 
Genaue Informationen bekommen Sie rechtzeitig zugesandt. Wir freuen uns, noch viele gemeinsame Erlebnisse mit Ihnen zu haben!
 
 
Mit herzlichen Grüßen,
Ihre Petra Fluhr

www.klassikforum-selz.de

Zurück