Nachlese zur Montags-Serenade am 17.8.2020

Latinos Classicos

Es lebe die Kultur, im Augenblick vor allem die klassische....

Nachdem Charité-Professor Stefan Willich, Direktor des Charité-Instituts für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie, exakt gestern, am Tag unserer zweiten Montags-Serenade, in einer öffentlichen Stellungnahme erklärt hat, warum und wie klassische Konzerte wieder vor vollem Haus stattfinden könnten, sind wir bester Laune und voller Hoffnung. Wer sich an der Quelle informieren möchte, kann dies tun. Hier der Link zur originalen Stellungnahme:
https://epidemiologie.charite.de/fileadmin/user_upload/microsites/m_cc01/epidemiologie/downloads/Stellungnahme_Publikum_17-8-2020.pdf

Was der Herr Professor vor allem zum Positiven anführt, ist die Disziplin der Besucher klassischer Konzerte, das verantwortungsvolle Verhalten und das Fehlen alkoholischer Getränke, die ein Zusammenrücken bewirken könnten. Für das gestrige Konzert trifft dies alles zu: es wurde nicht gekuschelt und nicht gesoffen, aber gut zugehört! Und was es da zu hören gab, war vom Feinsten!

Zu Gast waren „Latinos Classicos“, zwei junge Musiker aus Brasilien, die mittlerweile in Stuttgart und Karlsruhe beheimatet sind und sich interessanterweise auch erst in Deutschland kennengelernt haben. Vitor Diniz, Flöte, und Mateus Dela Fonte, Gitarre, spielen seit Jahren zusammen, haben eine Menge CDs produziert und erfüllen auch live alle Erwartungen. Charmant und witzig führte Vitor Diniz durch das abwechslungsreiche Programm mit Werken der Bach-Familie und südamerikanischer Komponisten. Je südamerikanischer desto mehr waren die Herren in ihrem Element, und da es in vielen Stücken um Natur ging und um Vogelstimmen, nahmen die ortsansässigen Vögel zur allgemeinen Belustigung auch ungehemmt am Konzert teil. Den virtuosen Wettkampf gewann dabei eindeutig die Flöte. Mateus Dela Fonte spielte seine Gitarre wie man es sich wünscht und leider selten hört: klanglich perfekt, rhythmisch perfekt, musikalisch perfekt, einfach überzeugend, und zusammen mit seinem ihm ebenbürtigen Duo-Partner ergab das einen Hörgenuss, den man zwischen Kirche und Gemeindehaus in Selzen so noch nicht gehört hat.

Das Klassikforum ist derzeit einer der wenigen Kulturvereine, der sich aus der Deckung wagt und Musikern wieder ein Podium bietet, damit sie eine Chance haben, sich wenigstens einigermaßen über Wasser zu halten. Es ist ein Tropfen auf den heißen Stein, aber besser als Almosen, und vor allem sinnvoller. Jedes neue Mitglied ist willkommen, die Arbeit für die Klassik zu unterstützen.

www.klassikforum-selz.de

 

 

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