Matinée Francaise - Nachlese

Sommermatinee

►Trio „Buskers Deluxe“

DerWettergott war nicht ungnädig, aber so richtig gnädig dann auch wieder nicht, als das Trio „Buskers Deluxe“ in der Bernhardt-Stiftung das treue Klassikforum-Publikum mit seiner französischen Musik erfreute. Pianist Simon Höneß führte durchs Programm und ließ sich nicht nehmen anzumerken, dass das Ensemble gar nicht gewohnt sei, im Vorhinein ein Programm festzulegen, da man immer höchst spontan auf die jeweiligen Gegebenheiten zu reagieren pflege, sei es das Wetter, die Laune, die Umgebung oder die Wünsche des Publikums. Da man aber, um aus einem Beitrag einen französischen zu machen, lediglich den Titel entsprechend überetzen müsse, sei das am Ende doch nicht das Problem. Wie auch immer: wer tatsächlich Französisches zu hören gekommen war, bekam das auch. Walzer, Musette, als Akkordeonersatz die Melodika ans Klavier montiert, mal den Walzer im Vier-Vierteltakt, mal den Vierer als Dreier, immer mit Humor gespielt.

Buskers ist die englische Bezeichnung für `Straßenmusikanten´. Und so tourt auch Simon Höneß mit seinem Klavier auf Rädern durch die Lande. Gemeinsam mit seinen beiden Kollegen Frowin Ickler (Kontrabass) und David Tröscher (Perkussion) kann er spontan an `jeder Straßenecke´ aufspielen, selbstverständlich aber auch gern bei offiziellen Veranstaltungen. Da sei man durchaus käuflich, hieß es, und das ist wörtlich gemeint. Hier darf auch ein bißchen Werbung gemacht werden für das Trio.

Vor mehr als 25 Jahren haben sich die drei Musiker während ihres Jazzstudiums in Frankfurt kennengelernt, und daher ist es kaum verwunderlich, dass sie sich bestens miteinander auskennen und auf alle musikalischen Eventualitäten reagieren können.

Im wunderschönen Hof der Bernhardt-Stiftung – natürlich trocken unter Dach und Fach – erlebte man feinsten Jazz, und wer wegen des Wetters gekniffen hat, hat wirklich ein exzellentes Konzert verpasst.

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